30.07.1917 in Detmold - 20.03.1945 in der Heil- und Pflegeanstalt Lindenhaus
Religionszugehörigkeit: evangelisch reformiert
Eltern: Rudolf Lükermann (16.07.1891- 20.03.1945) und Anna Lükermann, geb. Hohmeyer (geb. 26.04.1892 in Holzhausen/Horn)
Geschwister: Rudolf Lükermann (geb. 02.06.1919 in Detmold), Hans Lükermann (geb. 04.07.1926 in Detmold), Margarete Lükermann
Beruf: Haustochter

 

WOHNORTE
10.10.1931 Detmold, Küster Meyer Platz 12
29.04.1935 nach Eben Ezer bei Lemgo abgemeldet

 

Anneliese Lükermann war die älteste der vier Geschwister. Als Kleinkind erkrankte sie vermutlich durch Komplikationen infolge einer Impfung an Epilepsie. Infolgedessen waren auch ihre geistigen Fähigkeiten eingeschränkt. Zunächst wurde sie noch regulär eingeschult, besuchte aber nach zwei Jahren die sog. Hilfsschule. Im Mai 1935 wurde sie in der Stiftung Eben-Ezer aufgenommen. Die Ferien verbrachte sie zu Hause bei ihrer Familie. Trotz ihrer Erkrankung war sie in der Lage zumindest zeitweilig zu arbeiten. Von einer Sterilisierung wurde abgesehen, da der Leitende Arzt der Stiftung, Dr. Max Fiebig, der Meinung war, diese erübrige sich aufgrund der "epileptischen Demenz". Obwohl die Verlaufsdokumentation nur unvollständig ist, belegt diese dennoch, dass Anneliese Lükermann im August 1944 "einen sehr hinfälligen Eindruck" machte, an Gewicht verloren hatte und bettlägerig war.
Körperlich schwer krank kam sie in die Heil- und Pflegeanstalt Lindenhaus, wo sie starb. Ihr Sterben und auch ihr Tod wurden durch rasseideologisch motivierte mangelhafte Lebens- und Ernährungsbedingungen für psychisch Kranke und Behinderte billigend in Kauf genommen.
Ihr Zustand wurde in den Verlaufseinträgen der Heil- und Pflegeanstalt Lindenhaus nicht weiter kommentiert. Ungeklärt blieb, wie der behandelnde Arzt zu Anneliese Lükermanns Todesursache kam, denn eine Sektion war nicht vorgenommen worden. Es findet sich lediglich folgender Verlaufseintrag des Lindenhauses: "Am 28.3.1945 an Lungenembolie gestorben." Anneliese und auch ihre Schwester Margarete Lükermann starben kurz vor dem Ende des Krieges. Ihre Mutter war einige Wochen zuvor von den Behörden gedrängt worden, eine Erklärung zu unterzeichnen, dass sie mit dem "Gnadentod" ihrer beiden Töchter einverstanden sei.

   

QUELLEN: StdA DT MK
LITERATUR: Hanrath (1998), Bott (2001), Müller (1998a)

 

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Portrait: LÜKERMANN, Anneliese

Anneliese, Anna mit Margarete, Rudolf sen. mit Hans und Rudolf jun., o.J. (StdA DT DT V 19 Nr. 177)

 

DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von Anneliese Lükermann (StdA DT MK)

 

   
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