08.12.1914 in Hiddesen - 15.04.1943 im Konzentrationslager Buchenwald
Religionszugehörigkeit: evangelisch ref.
Eltern: Heinrich Milting (geb. 12.08.1884), Arbeiter und Luise Milting (geb. 04.09.1917)
Geschwister: Walter Militing (geb. 01.03.1917), Paula Milting (geb. 08.11.1919)
Beruf: Landarbeiter auf Johanettental

 

WOHNORTE
Hiddesen Nr. 146
07.12.1927 nach Eichholz bei Detmold abgemeldet
Johannettental bei Detmold
08.01.1933 von Spork 79 nach Eckardtsheim bei Bielefeld abgemeldet
Hörstmar Nr. 1/Detmold
Fromhausen

 

In den Jahren 1932 bis 1939 wurde Wilhelm Milting wegen Verteilung nicht genehmigter Flugblätter, Urkundenfälschung, (schweren) Diebstahls, Sittlichkeitsverbrechen, Unterschlagung, versuchten Mordes und schweren Raubes verurteilt. Wenige Strafen wurden ausgesetzt. Seine Haftzeit verbüßte er im Gefängnis Hannover. Vom 9. Januar 1933 bis 14. Juni 1933 wurde er im Haus Heidegrund in der Erziehungsanstalt Eckardtsheim untergebracht. 1936 befand er sich im Strafgefangenenlager II in Aschendorf (Papenburg). Am 23. April 1937 wurde Wilhelm Milting wegen Unzucht mit Minderjährigen zu achtzehn Monaten Haft verurteilt. Der Forderung der Anklage nach "Entmannung" wurde zu diesem Zeitpunkt nicht entsprochen. Milting wurde eine verminderte Zurechnungsfähigkeit zugebilligt, seine Entmannung wurde aufgrund seines noch jungen Alters abgelehnt, zumal ihm das Gericht noch eine Chance geben wollte.
Am 1. Februar 1939 wurde er wiederum verhaftet und am 22. Februar 1939 wegen Sittlichkeitsverbrechen und Raubüberfall zu lebenslangem Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust, Sicherungsverwahrung und Entmannung (durchgeführt am 13. März 1940) verurteilt.
Nach dem 17. Dezember 1942 wurde er durch die Kripo Leipzig in das Konzentrationslager Buchenwald (Häftlingsnummer 7099) als "Befristeter Vorbeugehäftling", im Lagerjargon "Berufsverbrecher" genannt, sowie als Sicherungsverwahrter ("SV") eingewiesen. Im Mai 1943 befand er sich im Zuchthaus Waldheim*, "Abt. Buchenwald".
Er starb wenige Monate nach seiner Einlieferung. Als offizielle Todesursache wurde eine "rechtsseitige eitrige Rippenfellentzündung" angegeben.

Noch im Mai 1943 bat das Wehrmeldeamt Detmold um die Mitteilung des Aufenthaltsortes von Milting und forderte dessen Wehrstammkarte an. 1937 galt dieser als "beschränkt tauglich" und gehörte der Ersatzreserve II an. Aufgrund seiner zahlreichen Verurteilungen galt er später als "wehrunwürdig"

   

QUELLEN: StdA DT MK; LAV NRW OWL D 21 B Nr. 64, 203, 341, D 22 Detmold Nr. 6162-6164, D 23 Detmold Nr. 9100; Bundesarchiv Aachen; LATh-HStA Weimar; Hauptarchiv Bethel; Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora; Bundesarchiv Zentralnachweisstelle Aachen; ITS

*Anm.: Das Zuchthaus Waldheim (Kreis Döbeln, Bez. Leipzig) war kein Bestandteil des KZ Buchenwald, auch wenn dies durch die Formulierung "Abt. Buchenwald" aus einer Mitteilung des Wehrmeldeamtes Detmold vom 10.05.1943 nahegelegt wird. Bis 1945 kamen vom Zuchthaus Waldheim Gefangene in das KZ Buchenwald, der letzte Transport erfolgte am 13.03.1945. Nach 1945 kamen die Insassen des sowjetischen Internierungslagers Buchenwald nach dessen Auflösung im Februar 1950 in das Zuchthaus Waldheim.
Information der Gedenkstätte Buchenwald

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von Heinrich, Luise, Wilhelm, Walter und Paula Milting (StdA DT MK)

 

Dokument 2

Effektenkarte von Wilhelm Milting im KZ Buchenwald

 

Dokument 3

Postkontrollkarte von Wilhelm Milting im KZ Buchenwald

 

Dokument 4

Häftlingspersonalbogen von Wilhelm Milting im KZ Buchenwald

 

Dokument 5

Häftlingspersonalkarte von Wilhelm Milting im KZ Buchenwald

 

Dokument 6

Häftlingspersonalbogen von Wilhelm Milting im KZ Buchenwald

 

Dokument 7

Nummernkarte von Wilhelm Milting im KZ Buchenwald

 

Dokument 8

Schreibstubenkarte von Wilhelm Milting im KZ Buchenwald

 

Dokument 9

Geldkarte von Wilhelm Milting im KZ Buchenwald

 

Dokument 10

Todesmeldung von Wilhelm Milting aus dem KZ Buchenwald

 

Dokument 11

Musterungsausweis von Wilhelm Milting, 1935

 

Dokument 12

Nachlassmeldung zu Wilhelm Milting im KZ Buchenwald

 

Dokument 13

Mitteilung zum Nachlass des Wilhelm Milting im KZ Buchenwald

 

Dokument 14

Todesmeldung zu Wilhelm Milting im KZ Buchenwald-Todesmeldung

 

Dokument 15

Nachlassmeldung zu Wilhelm Milting im KZ Buchenwald-Nachlassmeldung

 

Dokument 16

Nachlassverzeichnis zu Wilhelm Milting im KZ Buchenwald

 

   
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