15.11.1900 in Heidenoldendorf - 11.10.1944 im Konzentrationslager Sachsenhausen
Religionszugehörigkeit: evangelisch
Beruf: Installateur
Mutter: Wilhelmine Büker, geb. Lüttmann
Ehefrau: Lina Büker, geb. Grewe, verh. Mehlhaff

 

WOHNORTE
Heidenoldendorf Nr. 93

 

Fritz Büker betrieb in Heidenoldendorf ein Installateurgeschäft. Da er Kommunist war, wurde er am 22. April 1933 von der Hilfspolizei verhaftet und blieb zum 2. Mai 1933 in Haft. Am 16. Juni 1933 erfolgte eine erneute Inhaftnahme für sechs Tage, am 11. August 1933 wurde er für weitere drei Tage in Haft gehalten. Am 22. September 1933 wurde er erneut verhaftet und blieb bis zum 11. November 1933 im Detmolder Gefängnis in Haft. 1934 wurde Fritz Büker wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu zwei Jahren Haft verurteilt. Am 13. April 1936 wurde er aus der Haft entlassen. Am 10. August 1936 wurde er erneut in sog. Schutzhaft genommen und am 15. August 1936 in Untersuchungshaft überführt. Er war wegen "staatsfeindlicher Äußerungen" denunziert worden. Das Oberlandesgericht Hamm verurteilte ihn zu fünf Jahren Zuchthaus. Diese Strafe verbüßte er im Zuchthaus Celle. In Freiheit gelangte er jedoch nicht, denn anschließend wurde er direkt von der Gestapo Bielefeld in Haft übernommen. Bis zum 9. Oktober 1941 blieb er im Bielefelder Gefängnis in der Turnerstraße inhaftiert. Anschließend wurde er nach Sachsenhausen in der Kategorie "Schutzhaft" überstellt (Häftlingsnummer 39728, Häftlingsblock 37), wo er als Lagerelektriker beim Arbeitskommando der Zimmerleute arbeitete. Er gehörte der illegalen Lager-KPD an und übermittelte Nachrichten ausländischer Sender, die er abhörte.
Fritz Büker wurde am 27. März 1944 beim Abhören von Radio Moskau entdeckt. Bei weiteren Nachforschungen fand die SS zudem einen Matritzendrucker, mit dem die Gruppe um Büker die Radionachrichten an die Häftlinge verbreitete. Seine Vernehmung und auch der Bericht einer vom Reichssicherheitshauptamt (RSHA) bereits zuvor eingesetzten Gestapo-Sonderkommission, die "kommunistische Umtriebe" aufdecken sollte, setzte eine Sonderaktion der SS gegen die KPD-Funktionäre im Lager in Gang. Am 11. Oktober 1944 erschoss die SS 24 deutsche und drei französische Kommunisten. Auch Fritz Büker gehörte zu den Opfern der vermutlich von Himmler persönlich angeordneten Erschießungsaktion am Lenitzsee bei Oranienburg. Nach diesen Erschießungen wurden weitere 103 Häftlinge in das wegen seiner besonders hohen Todesrate gefürchtete Konzentrationslager Mauthausen überstellt.

Lina Büker erhielt von der Kommandantur des Lagers die Mitteilung, ihr Mann sei "am 11. Oktober 1944 wegen versuchter Meuterei und Aufwiegelung im hiesigen Lager erschossen" worden.

   

QUELLEN: StdA DT MK; LAV NRW OWL D 20 B Zg. 28/68 Nr. 156, D 21 B Nr. 1982, 1983, D 22 Detmold 6162-6164, 6169, L 80 II b Gr. II Tit. 1 Nr. 23 ; KAL K2 Detmold/Lemgo BEG Nr. 197; Niedersächsisches HStA Hannover; ITS

LITERATUR: Hartmann [KPD] (1998), s. a. Hartmann (1993), Morsch (2005)

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Karteikarte aus dem KZ Sachsenhausen von Friedrich Büke

 

Dokument 2

Liste der im KZ Sachsenhausen am 11.10.1944 Erschossenen

 

Dokument 3

Liste der im KZ Sachsenhausen am 11.10.1944 Erschossenen

 

Dokument 4

Sterbeurkunde von Friedrich Büke

 

   
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