B_Biographien

geb. 23.04.1935 in Detmold
Religionszugehörigkeit: jüdisch
Eltern: Wilhelm (Fritz) Blumenthal (geb. 30.12.1901) und Ella Blumenthal, geb. Sostberg (geb. 05.10.1899)
Schwester: Ilse Blumenthal
Tante: Anna (Aenne) Sostberg

 

WOHNORTE
Horn, Nordstr. 28
10.12.1941 Detmold

 

Während sein Vater nach Frankreich und Belgien fliehen konnte, wurde Gerhard Blumenthal mit seiner Schwester, seiner Mutter und der unverheirateten Tante Anna Sostberg von Detmold aus am 13. Dezember 1941 nach Riga deportiert. Noch im Oktober 1941 hatte Ella Blumenthal einen Auswanderungsantrag für sich und ihre Kinder nach Brüssel gestellt, der mit "Rücksicht auf die kommende Endlösung der Judenfrage" abgelehnt wurde, so ein Zitat aus einem Ermittlungsverfahren gegen den damaligen SS-Obersturmbannführer Richard Hartmann.
Möglicherweise wurden sie zusammen von Riga nach Auschwitz deportiert.

Sie wurden 1950 vom Amtsgericht Horn für tot erklärt. Das amtliche Todesdatum wurde auf den 8. Mai 1945 festgesetzt.

Wilhelm (Fritz) Blumenthal konnte während seiner Deportation entkommen und emigrierte 1946 in die USA.

   

QUELLEN: LAV NRW OWL D 1 Nr. 6141, D 87 Nr. 10 Bd. I, D 103 Lippe Nr. 678-680; KAL K2 Detmold/Lemgo BEG Nr. 678, 679; ZA B 1/34 Nr. 882; ITS

 

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geb. 06.10.1936 in Detmold
Religionszugehörigkeit: jüdisch
Eltern: Wilhelm (Fritz) Blumenthal (geb. 30.12.1901) und Ella Blumenthal, geb. Sostberg (geb. 05.10.1899)
Bruder: Gerhard Blumenthal
Tante: Anna (Aenne) Sostberg

 

WOHNORTE
Horn, Nordstr. 28
10.12.1941 Detmold

 

Während ihr Vater nach Frankreich und Belgien fliehen konnte, wurde Ilse Blumenthal mit ihrem Bruder, ihrer Mutter und der unverheirateten Tante Anna Sostberg von Detmold aus am 13. Dezember 1941 nach Riga deportiert. Noch im Oktober 1941 hatte Ella Blumenthal einen Auswanderungsantrag für sich und ihre Kinder nach Brüssel gestellt, der mit "Rücksicht auf die kommende Endlösung der Judenfrage" abgelehnt wurde, so ein Zitat aus einem Ermittlungsverfahren gegen den damaligen SS-Obersturmbannführer Richard Hartmann.

Möglicherweise wurden sie zusammen von Riga nach Auschwitz deportiert.
Sie wurden 1950 vom Amtsgericht Horn für tot erklärt. Das amtliche Todesdatum wurde auf den 8. Mai 1945 festgesetzt.

Wilhelm (Fritz) Blumenthal konnte während seiner Deportation entkommen und emigrierte 1946 in die USA.

   

QUELLEN: StdA MK; LAV NRW OWL D 1 Nr. 6141, D 87 Nr. 10 Bd. I, D 103 Lippe Nr. 678-680; KAL K2 Detmold/Lemgo BEG Nr. 678, 679; ZA B 1/34 Nr. 882; ITS

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Auszug aus der Korrespondenz zu Ilse Blumenthal

 

 

Dokument 2

Auszug aus der Korrespondenz zu Ilse Blumenthal

 

08.12.1872 in Königshütte/Schlesien - 07.09.1936 in Detmold
Religionszugehörigkeit: jüdisch
Ehefrau: Alma Boehm, geb. Blank (12.10.1864 in Coppenbrügge - 07.06.1937 in Detmold)
Tochter: Erna Quadfass, geb. Boehm (geb. 05.05.1899)
Beruf: Kaufmann

 

WOHNORTE
Detmold:
10.10.1931 Bruchstr. 12a

 

David Boehm war verheiratet mit Alma Blank, der Tochter des Firmeninhabers Max Blank, dessen Geschäftsnachfolger er wurde. Eine harmlose Unterhaltung mit einer jungen Frau wurde ihm zum Verhängnis. Im Sommer 1935, und damit im Vorfeld der Nürnberger Rassegesetze, wurde er Opfer einer Diffamierungskampagne, in der er der sog. Rassenschande bezichtigt wurde. In zahlreichen Artikeln verleumdete die Lippische Staatszeitung ihn und auch weitere jüdische Männer. Durch eine Denunziation des früheren Detmolder Ortsgruppenleiters Otto Keller wurde David Boehm am 10. August 1935 in sog. Schutzhaft genommen.
Das Sondergericht Hannover verurteilte ihn zu neun Monaten Haft, die er im Konzentrationslager Esterwegen verbüßte. Dorthin wurde er am 3. September 1935 überführt. Zu diesem Zeitpunkt waren dort bereits mehrere jüdische "Rasseschänder" inhaftiert, obwohl es vor dem Inkrafttreten der Nünberger Gesetze strafrechtlich noch keine Handhabe gegen sie gab. Die Verbüßung einer Strafhaft in einem Konzentrationslager und nicht in einer Strafanstalt ist somit als besonders schwere Bestrafung bei jüdischen Angeklagten zu bewerten.

Nach seiner Entlassung aus dem Konzentrationslager starb David Boehm an den Folgen der Haft. Er wurde auf dem jüdischen Friedhof in Detmold beigesetzt.

   

QUELLEN: StdA DT MK; LAV NRW OWL D 22 DT 31/86, L 80 IIb Gr. II Tit. 1 Nr. 23, L 113 Nr. 463; KAL K2 Detmold/Lemgo BEG Nr. 831; ITS; Gedenkstätte Esterwegen

WEITERE QUELLEN: D 106 DT Nr. 747, Amtsbatt, 05.04.1905, Amtsblatt, 14.10.1905, Staatsanzeiger, 08.10.1919, Die Fackel, Juli 1920 "Schiebermache", LZ, 29.06.1923: Verlobungsanzeige Erna Boehm, Detmold, und Dr. Heinz Quadfaß, München, Staatsanzeiger, 12.09.1928 und 08.12.1928,
LZ, 13.08.1935: "In Haft genommen"
LStZ, 11.08.1935: "Jude Boehm verhaftet", ebd. Lippischer Beobachter. Verhaftung des David Boehm solle als Warnung dienen.
LTZ, 11.08.1935: "Jude Boehm in Haft genommen"
LStZ, 10.08.1935: "Jude Boehm auf Mädchenjagd"


LITERATUR: van Faassen/Hartmann (1991), Hartmann, Deportation (1998)

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von David und Alma Boehm (StdA DT MK)

 

Dokument 2

Auszug aus der Korrespondenz zu David Boehm

 

22.02.1891 in Köln - 18.08.1944 im "Arbeitserziehungslager" Lahde
Religionszugehörigkeit: evangelisch
Eltern: Karoline Baer (geb. 16.02.1857 in Nümbrecht) und Otto Heinrich Zippel (geb. 01.07.1857 in Polenzig)
Ehefrau: Karoline Baer, geb. Krüger, verw. Hunke (12.08.1889-04.10.1950)
Tochter: Leonore Beekman-Baer, geb. Baer (17.05.1920 - 07.07.2011)
Beruf: Kaufmann

 

WOHNORTE
Detmold:
vor 1931 Exterstr. 25
10.10.1931 Bruchstr. 10
01.07.1932 Schlossplatz 4
01.12.1935 Paulinenstr. 30 bei Weiße
27.04.1937 Bruchstr. 26 bei Kränke-Herford
15.12.1938 "nach unbekannt abgemeldet"

 

Otto Baer wurde als sog. Halbjude bzw. Mischling 1. Grades diffamiert und verfolgt. Seine Mutter war Jüdin, sein Vater galt lange als unbekannt. Die lippischen Behörden unterstellten, dass der Vater nicht "arisch" war. Otto Baer wurde seitens der Partei, auch vom Kreisleiter Wedderwille, als sog. Volljude eingestuft und war früh der Verfolgung ausgesetzt. Bereits kurze Zeit nach dem Erlass der Nürnberger Rassegesetze klebten Nationalsozialisten am Abend des 2. Oktobers 1935 in einer sog. Einzelaktion antisemitische Zettel an die Schaufenster seines Geschäftes für Haushaltungsgegenstände und Porzellan, das sich in der Bruchstraße 28 befand.
Ein Verfahren wegen Einzelboykottierung seines Geschäftes wurde mit der Begründung, er sei immerhin "Halbjude", eingestellt. Weitere Schikanen folgten. Von der Detmolder Ortsgruppe der NSDAP wurde sein Geschäft in der Liste jüdischer Geschäfte geführt und erst gestrichen, als der Kommandeur des in der Stadt stationierten Wehrmachtbataillons intervenierte.
Otto Baer bezeichnete sich selbst als "evangelischen Christen, aktiven Soldaten und Frontkämpfer" und hatte nach eigenen Angaben keine Kontakte zu Juden.
In der Nacht zum 10. November 1938 drangen Nationalsozialisten in Baers Wohnung und Geschäft ein und zerstörten Fensterscheiben und Einrichtung. Sprechchöre skandierten Morddrohungen. Seine Frau wurde mit einem Dolch bedroht, um den Aufenthaltsort ihres Mannes zu erfahren. Am Nachmittag des 10. November wurde Otto Baer verhaftet und am Abend mit einer Gruppe von fünfzig Juden aus Lippe und Lipperode nach Bielefeld überführt. Aufgrund seines Status' als sog. Mischling wurde er durch den Gestapo-Beamten Pützer von dem Transport nach Buchenwald ausgenommen. Otto Baer blieb noch einige Tage in Bielefeld in sog. Schutzhaft und flüchtete nach seiner Entlassung nach Berlin. Dort beauftragte er einen Rechtsanwalt, ihn vor den Verfolgungen des lippischen Kreisleiters zu schützen.
Diesem Rechtsanwalt gelang es, eine Entschädigung zu erwirken. Am 9. und 10. Dezember 1938 versammelte sich erneut eine Menschenmenge vor dem Geschäft, wiederum wurden Drohungen durch Sprechchöre skandiert, Kundinnen wurden beschimpft und bespuckt. Die Bedrohung eskalierte derart, dass die Familie floh, um sich in Sicherheit zu bringen.
Inszenierte Ausbrüche erneuter "Volkswut" folgten. Otto Baer floh nach Belgien. Seine Ehefrau wurde durch die Gestapo gedrängt, sich von ihrem Mann scheiden zu lassen. Sie reichte pro Forma auch die Scheidungsklage ein, um die wirtschaftliche Existenz für sich und die Tochter, aber auch für ihren Mann in Belgien zu sichern, hielt jedoch weiterhin zu ihm.
Als die deutschen Truppen Belgien im Mai 1940 überfielen, wurde Otto Baer in Frankreich interniert. Im Juli kehrte er nach Belgien zurück. Bis zum November 1942 führte er dort ein Leben in Illegalität. Ende November wurde er in Wien aufgegriffen und ins Gefängnis nach Bielefeld überführt. Dort wurde er am 1. Mai 1943 entlassen und kehrte nach Detmold zurück. Am 1. August 1943 wurde er erneut verhaftet und in das "Arbeitserziehungslager" Lahde bei Minden überführt. Dort starb er nach einem Jahr. Als offizielle Todesursache wurde "Gehirnschlag" angegeben.

Sein Tod wurde auf der Einwohnermeldekarte der Stadt Detmold vermerkt: "Verstorben am 18. August 1943 im Konzentrationslager Lahde b. Minden in Westf."

   

QUELLEN: StdA DT MK; LAV NRW OWL D 2 C DT Nr. 106, 110, D 20 B Nr. 1210, D 21 B Nr. 384, D 21 B Nr. 1110, D 21 B Nr. 2595, D 21 B Nr. 3287, 3288, D 23 Detmold Nr. 7004, 9656, 9657, D 87 Nr. 15, D 103 Nr. 912, L 80 Ia Gr. XXVI Nr. 3 Bd. 1, L 113 Nr. 741-43, 996; KAL K 2 Detmold/Lemgo BEG Nr. 134

WEITERE QUELLEN: LZ, 27.12.1918: Vermählungsanzeige Otto Baer, Lina Baer, verw. Hunke, geb. Krüger
LZ Nr. 38, 15.02.1923
Staatsanzeiger, 23.04.1924:HR (A 444), AG DT
Fa. Otto Baer / Eintrag


LITERATUR: Hartmann, Jürgen: "Der Fall Otto Baer aus Detmold", unveröff. Manuskript

 

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Portrait: BAER, Otto Hermann Johannes

Otto Baer, o.J. (StdA DT DT V 19 Nr. 175)

 

DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von Otto, Lina und Leonore Baer (StdA DT MK)

 

Dokument 2

ITS-Karteikarte von Otto Baer

 

geb. 11.12.1856 in Detmold
Religionszugehörigkeit: jüdisch
Beruf: Rentner, Privatier

 

WOHNORTE
Detmold:
10.10.1931 Wehrenhagenstr. 5
03.03.1942 Gartenstr. 6
01.05.1942 Hornsche Str. 33 bei Flatow
"ohne Abmeldung verzogen"

 

Julius Beerens wurde mit 86 Jahren in das jüdische Altersheim in der Gartenstraße 6 eingewiesen. Am 28. Juli 1942 wurde er von Detmold über Bielefeld mit dem Transport Nr. XI/1-25 nach Theresienstadt und von dort am 23. September 1942 mit dem Transport Bq in das Vernichtungslager Treblinka deportiert. Weitere Quellen nennen allerdings auch Maly Trostinec, Minsk oder Auschwitz als zweiten Deportationsort.
Julius Beerens wurde für tot erklärt. Als offizielles Todesdatum wurde der 8. Mai 1945 festgesetzt.

   

QUELLEN: StdA DT MK; LAV NRW OWL D1 Nr. 6141, D 20 Nr. 3783, 3784, 3911, D 20 A Nr. 9154, D 20 B Nr. 3415 (darin Testament vom 18.10.1933), D 23 Horn Nr. 1182, D 27 Nr. 2702-2703, 7186, D 103 Lippe Nr. 858, L 113 Nr. 849; KAL K2 Detmold/Lemgo BEG Nr. 858; Beit Theresienstadt; ZA B 1/34 Nr. 769, 1063; ITS

LITERATUR: Müller (1992), Müller (2008)

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von Julius Beerens (StdA DT MK)

 

   
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