02.10.1894 in Bielefeld - 18.05.1943 im Konzentrationslager Sachsenhausen
Religionszugehörigkeit: evangelisch
Eltern: Heinrich Echterhoff und Louise Echterhoff, geb. Prütersmeyer
Ehefrau: Johanna (Hanna) Echterhoff, geb. Gilbrink (geb. 23.09.1893 in Waddenhausen), Näherin
Beruf: Maschinenschlosser, Werkmeister

 

WOHNORTE
Bielefeld, Stadtheider Str. 43
29.09.1900 Bielefeld, Wittekindstr. 21
08.10.1919 Abmeldung nach Herford
11.10.1920 aus Gütersloh wieder Wittekindtsr. 21
25.12.1920 Ahlen/Westf.
05.04.1922 aus Konitz/Polen zurück
06.11.1922 nach Frankfurt/Oder abgemeldet
19.05.1925 aus Marky/Österreich zurück
15.07.1925 abgemeldet nach Lommatsch
20.09.1926 aus Jugoslawien zurück
von Gütersloh i. W.
05.07.1941 Detmold, Feldstr. 34
Lügde, Vordere Str. 281

 

Nach dem Besuch der Bürgerschule absolvierte Erich Echterhoff drei Semester am Technikum und machte von 1908 bis 1912 eine Schlosserlehre in Bielefeld. Seine letzte Arbeitsstelle befand sich in Hannover. Er war ein überzeugter Gegner des NS-Staates und laut Aussagen seiner Ehefrau SPD-Mitglied. 1933 wurde er wegen Beleidigung und staatsfeindlicher Äußerungen in sog. Schutzhaft genommen. Von SS-Angehörigen wurde er wegen seiner politischen Äußerungen verprügelt. 1935 wurde ein Ermittlungsverfahren gegen Erich Echterhoff wegen staatsfeindlicher Äußerungen eingestellt.
1936 heiratete er Hanna Gilbrink. Wiederum wegen staatsfeindlicher Äußerungen und wegen Zeigen des Kommunistengrußes wurde er am 15. Juli 1937 vom Oberlandesgericht Breslau zu einer Haftstrafe verurteilt, die er verbüßte. 1938 wollte Echterhoff sich der Ludendorff-Bewegung anschließen. Im September 1939 wurde er durch die Gestapo wegen seiner Betätigung für die Partei festgenommen und vom Polizeigefängnis Höxter nach Sachsenhausen überstellt. Dort war vom 19. November 1939 bis 22. Januar 1940 inhaftiert (Häftlingsnummer 3893, Häftlingsblock 24). Am 3. Februar 1940 wurde er vom Sondergericht Dortmund wegen Verstoßes gegen das sog. Heimtückegesetz - er hätte einem "Arbeitskameraden" gegenüber u. a. geäußert: "Das Dritte Reich wird auch einmal zugrunde gehen, dann kommen wir dran. Dann reden wir auch mal mit." - zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er wurde in verschiedenen Arbeitskommandos des Strafgefangenlagers Oberems in Gütersloh (u. a. in Mastholte und Harsewinkel) eingesetzt. Wiederholt habe er dort seine Verurteilung als lächerlich dargestellt und sei durch eine gleichgültige Haltung gegenüber der Arbeit und dem Strafvollzug aufgefallen. Ein Antrag seiner Ehefrau auf Gnadenerweis vom 27. September 1940 wurde abgelehnt. Im September 1941 wurde er laut dem von seiner Witwe gestellten Entschädigungsantrag erneut verhaftet und war im Polizeigefängnis Detmold inhaftiert. Nach drei Wochen wurde er der Bielefelder Gestapo übergeben.
Die nur unvollständig erhalten gebliebenen Akten von Sachsenhausen dokumentieren, dass Erich Echterhoff am 8. April 1943 in das dortige Krankenrevier gebracht (Häftlingsnummer 13389) worden war. Wann er wieder nach Sachsenhausen überstellt wurde, ist hingegen nicht überliefert. Er starb, durch eine frühe Malariainfektion ohnehin in geschwächter körperlicher Konstitution, wenige Wochen später. Als offizielle Todesursache wurde Lungenentzündung angegeben.

   

QUELLEN: StdA DT MK; LAV NRW OWL D 22 Bielefeld Nr. 94; D 106 Detmold A Nr. 2667; Lars Lüking (LAV NRW OWL); KAL K2 Detmold/Lemgo BEG Nr. 23, 24; Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen; ITS

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von Erich und Hanna Echterhoff (StdA DT MK)

 

Dokument 2

Karteikarte zu Erich Echterhoff

 

Dokument 3

Liste der erkrankten Häftlinge im KZ Sachsenhausen

 

Dokument 4

Auszug aus der Veränderungsmeldung im KZ Sachsenhausen

   
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