04.01.1891 in Lippstadt - 21.01.1943 im Konzentrationslager Mauthausen
Religionszugehörigkeit: katholisch
Ehefrau: Anna Happe, geb. Reitzau (geb. 15.10.1888 in Oker, Krs. Wolfenbüttel)
Beruf: Handelsvertreter

 

WOHNORTE
30.07.1912 Detmold, Ernststr. 25
05.06.1914 abgem. nach Bielefeld
06.09.1914 Osnabrück, Johannisstr. 58-59
Von Lemgo/Lippe Helle 22
01.08.1937 Detmold, Postweg 22 bei Strack
01.11.1937 Detmold, Hans-Hinrichs Str. 13 bei Pieper
04.08.1938 Detmold, Klüter Str. 54 bei Niggemann
Gelsenkirchen

Auf der Einwohnermeldekarte der Stadt Detmold finden sich der Vermerk vom 6.3.1939: "Ehemann 5 Jahre Ehrverlust, 3 Jahre Zuchthaus."

 

Seit März 1937 arbeitete Josef Happe zunächst in Kassel, später in Detmold als Vertreter für die Firma "Pharmazeutische Zentrale Woelzel & Eberhard GmbH" in Plauen/Vogtland. Für diese Firma vertrieb er auf Provisionsbasis auf seinen Handelsreisen durch Lippe sehr erfolgreich das von ihr hergestellte Präparat "Biosanal" durch Aufnahme von Bestellungen von Haus zu Haus. Bei diesem Präparat handelte es sich um ein nur vorgebliches, medizinisch unwirksames Arzneimittel.
Später warf ihm die Staatsanwaltschaft Detmold vor, das Präparat teilweise durch falsche und irreführende Versprechungen beworben zu haben. Zudem habe er sich als Arzt oder Heilkundiger ausgegeben, der bei potentiellen Kunden verschiedene Krankheiten "diagnostizierte", um sein Präparat als probates Mittel gegen die jeweilige Erkrankung zu empfehlen. Da Josef Happe vor seiner Verurteilung in Detmold bereits zahlreiche Vorstrafen wegen Diebstahls und Betrugs und bereits verbüßte Zuchthaus- und Gefängnisstrafen (vier Zuchthausstrafen, vierzehn Gefängnisstrafen) zu verzeichnen hatte, wurde er durch die Staatsanwaltschaft Detmold in ihrer Anklageschrift vom 23. Januar 1939 als "gemeingefährlicher Gewohnheitsverbrecher" eingestuft. Zu der Zuchthausstrafe wegen fortgesetzten Betrugs, versuchten Betrugs und Amtsanmaßung forderte sie auch die Sicherungsverwahrung für den Angeklagten. Am 30. März 1939 verurteilte das Landgericht Detmold Josef Happe wegen fortgesetzten Betrugs zu einer Zuchthausstrafe von drei Jahren und zu fünf Jahren Ehrverlust und ordnete seine anschließende Sicherungsverwahrung an. Die Revision des Angeklagten wurde durch das Reichsgericht Leipzig durch den Beschluss vom 25. Mai 1939 als offensichtlich unbegründet verworfen. Josef Happe wurde am 12. Juni 1939 vom Gerichtsgefängnis Detmold in das Zuchthaus Celle überführt. Ein Gnadengesuch seiner Frau wurde von der Zuchthausleitung abgelehnt. Vom Zuchthaus Celle kam er am 1. Februar 1942 in die Sicherungsanstalt Butzbach in Hessen. Am 9. Dezember 1942 wurde er der Polizei in Gießen übergeben und am 10. Dezember 1942 in das Konzentrationslager Mauthausen (Häftlingsnummer 16925) eingeliefert. Dort war er als "SV"-Häftling ("Sicherheitsverwahrung") kategorisiert. Es handelte sich hierbei um Justizhäftlinge, die auf Grundlage einer Vereinbarung zwischen Reichsführer-SS Himmler und Justizminister Thierack am September 1942 in das KZ Mauthausen eingeliefert wurden. Diese Vereinbarung traf sämtliche Sicherheitsverwahrten, Juden, "Zigeuner", Russen und Ukrainer, Polen über drei Jahre Strafe, Tschechen und Deutsche über acht Jahre Strafe. Viele Nicht-Deutsche dieser Kategorie waren aus politischen Gründen in Mauthausen eingewiesen worden. Mehrere Tausend von ihnen kamen innerhalb kürzester Zeit zu Tode.
Am 19. Dezember 1942 wurde Josef Happe an das Kommando Gusen (Häftlingsnummer 6062) überstellt, wo er umkam. Als offizielle Todesursache wurde "chronische Nierenentzündung" angegeben.

Sein Tod wurde auch auf der Einwohnermeldekarte der Stadt Detmold vermerkt: "Verstorben am 21. Januar 1943 in Mauthausen Oberdornau."

   

QUELLEN: StdA DT MK; LAV NRW OWL D 21 B Nr. 2409-2412; Lars Lüking (LAV NRW OWL); Andreas Ruppert (Paderborn); KZ-Gedenkstätte Mauthausen; ITS

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von Josef Happe (StdA DT MK)

 

Dokument 2

Einwohnermeldekarte von Josef und Anna Happe (StdA DT MK)

 

Dokument 3

Überstellung von Josef Happe in das KZ Gusen

 

Dokument 4

Auflistung der Toten im KZ Gusen

 

Dokument 5

Auszug aus dem Totenbuch des KZ Gusen

 

   
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