geb. 16.10.1885 in Marienborn/Siegen
Religionszugehörigkeit: jüdisch
Eltern: Samuel Frank und Emilie Esther Frank, geb. Steinberg
Geschwister: Paula Karseboom, geb. Frank, Toni Jardeni-Sackheim, geb. Frank, Hugo Frank
Ehemann: Moritz Herzberg
Kinder: Fritz, später Fred Herzberg (11.06.1921-31.01.2008) und Gerda Herzberg
Beruf: Einkäuferin, Geschäftsinhaberin

 

WOHNORTE
[1919-1931] Detmold, Lange Str. 71
Wuppertal-Elberfeld, Königstr. 13a
Detmold:
01.08.1932 Moltkestr. 25 bei Otto
02.01.1934 mit Familie Bahnhofstr. 3 bei Sinalko [sic]
01.10.1936 Sachsenstr. 25 bei Buchholz
10.01.1941 mit Familie Hornsche Str. 33
"ohne Abmeldung verzogen"

Auf der Einwohnermeldekarte der Stadt Detmold findet sich der Vermerk "Geide Großelternteile waren Volljuden".

 

Johanna Frank absolvierte eine Lehre im Bereich der Damenkonfektion und war Einkäuferin und Abteilungsleiterin im Warenhaus-Konzern Alsberg. Am 11. September 1918 heiratete sie Moritz Herzberg in Elberfeld. 1919 übernahmen sie das renommierte Konfektionsgeschäft J.A. Erda in der Langen Straße 71 in Detmold. Johanna Herzberg erhielt Prokura. In ihrer Familie lebte auch ihre Mutter Emilie Frank. Die Familie zog 1931 aus nicht dokumentierten Gründen nach Elberfeld, um dort in die Kartonagefabrik ihres Bruders Hugo Frank einzutreten, kehrte aber im August 1932 nach Detmold zurück. Im selben Jahr, am 8. September 1932, meldete sie zusammen mit Elisabeth Böke das Gewerbe "Damenschneiderei" an und am 5. Mai 1933 den "Verkauf von fertiger Damenkonfektion". Ihre Wohnräume und auch das Etagengeschäft befanden sich in der Moltkestraße 25. Moritz Herzberg übernahm hier nun die Buchhaltung und führte die Gewerbebücher. Im Juli 1933 schied Elisabeth Böke aus. Bis Ende 1938 betrieb Johanna im verkleinerten Umfang das Geschäft weiter und musste sich auf den rapide schrumpfenden jüdischen Markt beschränken. Auch ihr wurde die Weiterführung ihres Betriebes zum Ende des Jahres 1938 verboten. Mit ihrer Familie lebte sie in der Sachsenstraße 25, das 1939 zum "Judenhaus" erklärt wurde. Dort und auch in der Hornschen Straße 33, einem weiteren sog. Judenhaus, nahmen sie auswärtige Mädchen, die in der jüdischen Schule unterrichtet wurden, als Pensionseltern auf.
Um ihre Auswanderung zu ermöglichen, schickten Johanna und Moritz Herzberg ihren Sohn Fritz mit einem Kindertransport nach England. Dort sollte er entsprechende Vorbereitungen treffen, um die Familie nachholen zu können. Alle ihre Fluchtvorhaben scheiterten.
Am 28. Juli 1942 wurde Johanna Herzberg zusammen mit ihrem Mann, ihrer Tochter Gerda und ihrer Mutter mit dem Transport Nr. XI/1-171 nach Theresienstadt verschleppt. Am 9. Oktober 1944 wurde sie von dort mit dem Transport Ep-872 nach Auschwitz deportiert und gehörte damit zu einem Transport, den nur sehr wenige Menschen überlebten.
Johanna Herzberg wurde für tot erklärt. Das amtliche Todesdatum wurde auf den 8. Mai 1945 festgesetzt.


Ihr Sohn Fritz, später Fred, überlebte als Einziger. Er emigrierte 1947 in die USA.
Bis zu seinem Tod im Jahre 2008 lebte er in St. Louis.

   

 

QUELLEN: StdA DT MK, D 106 S Nr. 16190; LAV NRW OWL D1 Nr. 6141, D 103 Nr. 749, 750, 764, L 113 Nr. 849; KAL K2 Detmold/Lemgo BEG Nr. 749, 750, 764, 961; LATh-HStA Weimar; Beit Theresienstadt; ZA B 1/34 Nr. 844; Fred und Joanne Herzberg (USA); Arolsen Archives

WEITERE QUELLEN: Staatsanzeiger, 21.05.1919: HR (A 8), AG DT
Fa. J.A. Erda
Übergang auf Moritz Herzberg; Prokura Ehefrau Johanna
LZ, 13.06.1921: Geburtsanzeige eines Sohnes durch Moritz Herzberg und Frau Johanna
Korrespondenz Fred Herzberg, GfCJZ Lippe

LITERATUR: Mitschke-Buchholz (2013)

 

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Portrait: HERZBERG, Johanna, geb. Frank

Johanna Herzberg, [1938] (Sammlung Joanne Herzberg)

 

DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von Moritz, Johanna, Fritz und Gerda Herzberg (StdA DT MK)

 

Dokument 2

Auszug aus der Korrespondenz zu Johanna Herzberg

 

   
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