geb. 12.06.1872 in Gnoien, Mecklenburg - 20.04.1943 im Ghetoo und Konzentrationslager Theresienstadt

Religionszu­gehörigkeit: jüdisch
Ehemann: Paul Seelig (12.03.1858 in Güstrow - [1925/26]), Kaufmann
Kinder: Anton Seelig (22.05.1905 - 11.02.1906 in Güstrow)
Elfriede Seelig (geb. 07.03.1907 in Güstrow)
Siegfried Seelig (02.11.1913 in Güstrow)

 

Wohnorte: Güstrow, Pferdemarkt 46
Güstrow, Hansenstr. 15
12.06.1941 Detmold, Hornsche Str. 33 bei Willi Steinweg
04.07.1941 Münster, Jüdefelderstr. 14 (sog. Judenhaus)
Güstrow, Hansenstr. 15
10.07.1941 Detmold, Hornsche Str. 33 bei W. Steinweg
25.07.1941 Münster, Jüdefelderstr. 14 (sog. Judenhaus)
Güstrow, Hansenstr. 15

Vermerk auf der Detmolder Meldekarte: Detmold nur II. Wohnsitz. Erste Wohnung besteht in Güstrow.



Vera Seelig lebte verwitwet für einige Wochen in Detmold. Aus welchem Grund sie sich hier aufhielt, ist nicht dokumentiert und bleibt daher ungeklärt. Ihr Aufenthalt in Münster hingegen erklärt sich durch den Kontakt zu ihrem dort lebenden Stiefsohn Reinhold und dessen Familie.
Vera Seeligs Lebensschwerpunkt lag in Güstrow. Dort gab es im Vergleich zu anderen mecklenburgischen Kleinstädten, wo Juden eher isoliert in der Diaspora lebten, ein reges Gemeindeleben mit eigener Synagoge und jüdischer Schule. Vera Seelig lebte dort mit ihrem Mann Paul, der sechs Kinder bereits aus erster Ehe mit Antonie, geb. Sandow hatte, und ihren gemeinsamen Kindern.

Am 11. November 1942 wurde Vera Seelig als eine der zwei letzten noch in Güstrow verbliebenen Witwen zunächst nach Berlin transportiert. Alle anderen Güstrower Jüdinnen und Juden waren zu diesem Zeitpunkt bereits nach Auschwitz deportiert worden oder erlebten nur einen kurzen Aufschub ihrer Deportation aus anderen Städten. Den wenigsten war die Flucht ins Ausland gelungen.
Von Berlin wurde Vera Seelig am 20. November 1942 mit dem Transport I/79 Nr. 9959 nach Theresienstadt deportiert. Der vergleichsweise kleine 75. Alterstransport umfasste einhundert Menschen, von denen sechs überlebten. Vera Seelig gehörte nicht zu ihnen. Sie starb in Theresienstadt am 20. April 1943.

Ihr Stiefsohn Reinhold Seelig und seine Familie wurden im Dezember 1941 nach Riga deportiert. Ihre Tochter Elfriede überlebte die Verfolgungszeit in Italien.

   

QUELLEN: StdA DT MK; StdA Güstrow; Terezinska Pametni Kniha [Theresienstädter Gedenkbuch], Terezinska Iniciativa. - Prag 2000; www.yadvashem.org; Arolsen Archives

LITERATUR: Kasten (2008)

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Meldekarte für Vera Seelig (StdA DT MK) 1

 

Dokument 2

Meldekarte für Vera Seelig (StdA DT MK)

 

Dokument 3

Transportliste aus dem Gestapobereich Berlin zum GhettoTheresienstadt, Transport vom 20. November 1942 (1.2.1.1-12720561, -64-ITS Digital Archive, Arolsen Archives)

   

Eine Internetseite der

 

www.GfCJZ-Lippe.de 

 

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e. V.

Haus Münsterberg
Hornsche Str. 38

32756 Detmold

Tel.: +49 5231 29758

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Homepage: www.GfCJZ-Lippe.de

 

 

   
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