01.01.1891 in Detmold - 14.03.1942 im Konzentrationslager Gusen

Religionszu­gehörigkeit: evangelisch
Eltern: Luise Baumann, geb. Frohböse (11.09.1864 in Brakelsiek - 09.03.1929 in Detmold) und
Friedrich Baumann (24.10.1847 in Detmold - 30.08.1910 in Detmold)
Geschwister: Maria Beyer, geb. Baumann (geb. 18.12.1874 in Detmold)
Martha Baumann (geb. 01.01.1881 in Detmold)
Helene Gronemeier, geb. Baumann (24.10.1882 in Detmold - 30.11.1925 in Detmold)
Fritz Baumann (geb. 12.09.1884 in Detmold)
Hans Baumann (geb. 23.10.1889 in Detmold)
Franz Baumann (geb. 01.12.1891 in Detmold)
Lilly Baumann (geb. 15.06.1899 in Detmold)
Luise Baumann (geb. 19.01.1908)
Geschiedene Ehefrau: Emma Baumann, geb. Roufs, verw. Heydenreich, verh. Millahn
derenKinder: Emma Heydenreich (geb. 12.12.1907)
Erich Heydenreich (geb. 13.06.1909)
Beruf: Postgehilfe, Maurer, Versicherungsvertreter

 

Wohnorte: Detmold, Gartenstr. 5
02.06.1908 abgemeldet nach Rietberg
06.06.1939 Rietberg bei Strickmann
14.08.1908 Detmold, Gartenstr. 12
15.02.[...] Detmold, Exterstr. 8
05.02.1909 abgemeldet nach Wilhelmshaven
Nicht abgemeldet
Aus span[ischer] Gefangenschaft
24.11.1919 Detmold, Exterstr. 8
Notiz: nicht abgemeldet, jetziger Wohnort nicht bekannt
Ende 1933 Wabern, Frankfurterstr. 28
Frankfurt, Fahrgasse 13

 

Wilhelm Baumann wuchs in einer großen Familie mit acht Geschwistern in Detmold auf. Er übte sehr unterschiedliche Berufe wie Maurer und Postgehilfe, aber auch Versicherungsvertreter aus. Er heiratete am 9. Juli 1913 die verwitwete Emma Heydenreich, die zwei kleine Kinder mit in die Ehe brachte. Am 10. März 1922 wurde die Ehe geschieden.

Wilhelm Baumann wurde nach Mitteilung des Amtsgerichtes I in Detmold vom 8. Februar 1934 wegen "Trunksucht" entmündigt und unter Vormundschaft gestellt. Aufgrund seiner Alkoholabhängigkeit gehörte Wilhelm Baumann neben u. a. Bettlern, Verkehrssündern, Prostituierten und Zuhältern zu den als "Asoziale" verfolgten Menschen, die aus Sicht der Nationalsozialisten durch ein sozial abweichendes Verhalten auffielen, das dem "gesunden Volksempfinden" zuwiderlief und die "Allgemeinheit gefährdete". Diese sog. Asozialen wurden durch die Kriminalpolizei auf der Basis des "Grunderlasses zur Vorbeugenden Verbrechendbekämpfung" vom 14. Dezember 1937 in Konzentrationslager eingewiesen. Wilhelm Baumann war einer Notiz zufolge im [September] 1938 in Gießen in Haft, was jedoch aufgrund erheblicher kriegsbedingter Verluste von Dokumenten wie Prozessunterlagen nicht belegt werden kann.

Dokumente der Gedenkstätte Sachsenhausen weisen jedoch nach, dass Wilhelm Baumann am 18. Juni 1938 mit der Häftlingsnummer 2043 in der Häftlingskategorie "Arbeitsscheuer" in das Konzentrationslager Sachsenhausen eingeliefert wurde. Dort wurde er am 24. Mai 1941 mit der Häftlingsnummer 1388 (Lesart: 1888), nun auch als "Asozialer" registriert, entlassen. Am 19. September 1941 wurde er im Konzentrationslager Dachau eingeliefert, nachdem er bis zum 18. August 1941 bereits in sog. Vorbeugehaft war. In Dachau erhielt Wilhelm Baumann die Häftlingsnummer 27679 und wurde in der Kategorie Arbeitszwang, Reich (A.Z.R.) registriert. Am 11. Februar 1942 wurde Wilhelm Baumann wiederum überstellt, nun allerdings in das Konzentrationslager Mauthausen. Hier erhielt er die Häftlingsnummer 14889 und wurde nach Gusen, einem Außenlager von Mauthausen, gebracht, das extrem hohe Todesraten aufwies. Zwei Monate später kam Wilhelm Baumann dort am 14. März 1942 um. Als offizielle Todesursache wurde "Kranzadernverkalkung und Herzschlag" angegeben.

   

QUELLEN: StdA DT MK; Hauptamt Wabern; StdA Rietberg; StdA Wilhelmshaven; Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen (Prov. Russisches Staatliches Militärarchiv Moskau 1367/20, Bl. 370; FSB-Archiv, Moskau N-19092/Tom 97, Bl. 142); Gedenkstätte Dachau; KZ-Gedenkstätte Mauthausen; Hessisches Landesarchiv Abt. Staatsarchiv Marburg; Institut für Stadtgeschichte Frankfurt; Hessisches Landesarchiv Abt. Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Hessisches Landesarchiv Abt. Staatsarchiv Darmstadt; Arolsen Archives

 

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte für Familie Baumann in Detmold (StdA DT MK)

 

Dokument 2

Einwohnermeldekarte für Wilhelm Baumann in Detmold (StdA DT MK)

 

Dokument 3

Einwohnermeldekarte für Wilhelm Baumann in Rietberg (StdA Rietberg)

 

Dokument 4

Auszug aus der Veränderungsmeldung Konzentrationslager Sachsenhausen, 24. Mai 1941 (1.1.38.1-4076355-ITS Digital Archive, Arolsen Archives)

 

Dokument 5

Zugangsbuch Konzentrationslager Dachau, o. D. (1.6.1-9894064-ITS Digital Archive, Arolsen Archives)

 

Dokument 6

Schreibstubenkarte für Wilhelm Baumann im Konzentrationslager Dachau, o. D. (1.1.6.7-10612861-ITS Digital Archive, Arolsen Archives)

 

Dokument 7

Sozialversicherungsunterlagen für Wilhelm Baumann, o. D. (Individuelle Unterlagen aus dem KZ Dachau, 1.1.6.2-9974077-ITS Digital Archive, Arolsen Archives)

 

Dokument 8

Geldverwendungskarte für Wilhelm Baumann im KZ Dachau, o. D. (Individuelle Unterlagen aus dem KZ Dachau, 1.1.6.2-9974078-ITS Digital Archive, Arolsen Archives)

 

Dokument 9

Nummernkarte für Wilhelm Baumann im KZ Mauthausen, o. D. (Individuelle Unterlagen aus dem KZ Mauthausen, 1.1.26.3-1533493-ITS Digital Archive, Arolsen Archives)

 

Dokument 10

Todesmeldung für Wilhelm Baumann am 14. März 1942. Auszug aus dem Totenbuch des KZ Gusen (Archiv des Mauthausen Memorial. KZ-Gedenkstätte AMM-1-1-6)

 

Dokument 11

Todesfälle im KZ Mauthausen, 1.-31. März 1942 ( 1.1.26.3-1322755-ITS Digital Archive, Arolsen Archives)

 

Dokument 12

Verzeichnis der im April 1942 verstorbenen Personen durch die Reichserkennungs-dienstzentrale Berlin, 11. Mai 1942 (Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden Abt. 408 Nr. 208)

   

Eine Internetseite der

 

www.GfCJZ-Lippe.de 

 

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e. V.

Haus Münsterberg
Hornsche Str. 38

32756 Detmold

Tel.: +49 5231 29758

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Homepage: www.GfCJZ-Lippe.de

 

 

   
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