30.06.1890 in Krefeld - 07.05.1942 im Vernichtungslager Kulmhof

Religionszu­gehörigkeit: jüdisch
Eltern: Jeanette Goldstein, geb. Nathan und Jacob Goldstein
Geschwister: 2 Schwestern und 2 Brüder
Beruf: Hausangestellte, Haustochter

 

Wohnorte: Krefeld
April 1896 Essen
von Herne, Bahnhofstr. 17
15.07.1935 Detmold, Emilienstr. 12 bei Michaelis[-Jena]
15.05.1936 Essen, Klosterstr. 51
Auch: 10.07.1936 nach Essen, Klosterstr. 51 abgemeldet
05.09.1936 Krefeld, Kaiserstr. 253
Auch: 09.11.1936 Krefeld, Bismarckstr. 19 - 19.11.1936
10.12.1936 Essen, Klosterstr. 51



Else Goldstein war die Tochter eines Metzgermeisters und hatte vier Geschwister. In Detmold war sie für ein knappes Jahr im Pensionat von Emilie Michaelis-Jena in der Emilienstraße 12 als sog. Haustochter gemeldet. In derlei Einrichtungen wurden jungen Frauen gesellschaftliche Umgangsformen und hauswirtschaftlichen Fertigkeiten vermittelt. In Inseraten versprachen die in vielen Orten ansässigen Institute speziell auch jüdischen Frauen eine wissenschaftliche und gesellschaftliche Ausbildung, die ein kulturelles Leben ebenso mit einschloss wie Unterweisungen in Haushaltsführung. Manche wiesen auch explizit auf die Einhaltung religiöser Regeln und Werte hin.1 Else Goldstein zog nach ihrer Detmolder Zeit zurück nach Essen und Krefeld und arbeitete als Hausangestellte. Zu den einzelnen zeitlichen Angaben ihres dortigen Verbleibens liegen unterschiedliche und auch widersprüchliche Angaben vor.

Spätestens am 26. Oktober 1941 musste sich Else Goldstein in dem Düsseldorfer Sammellager, dem sog. Auffanglager im Städtischen Schlachthof an der Tußmannstraße im Stadtteil Derendorf mit insgesamt 242 Jüdinnen und Juden aus Essen einfinden. Die meisten zur Deportation vorgesehenen Menschen waren bereits am 23. und 24. Oktober 1941 dort eingetroffen und registriert worden.

Am 27. Oktober 1941 verließ der Transport Düsseldorf und kam einen Tag später im Ghetto Litzmannstadt an. Nach den Totenlisten des "Ältesten der Juden im Ghetto Litzmannstadt" waren bis Ende April 1942 bereits 2730 der Juden aus dem "Großdeutschen Reich" in diesem Ghetto umgekommen. Für viele erwies sich Litzmannstadt als Durchgangslager auf dem Weg zu ihrer Ermordung in der Tötungseinrichtung bei Kulmhof (Chelmno) im Warthegau.

Laut Gedenkbuch des Bundesarchivs Berlin gehörte auch Else Goldstein zu ihnen. Am 6. Mai 1942 wurde sie nach Kulmhof transportiert und dort am 7. Mai 1942 ermordet.

 

1 Ein weiteres Pensionat gab es in der Moltkestraße 28, das bis zu deren Tod im Jahr 1935 von Thirza Jacobsberg geleitet wurde. Bis 1905 führte Emma Leeser ebenfalls ein Pensionat, verzog dann aber nach Köln.  

 

QUELLEN: StdA MK DT; NS-Dokumentationsstelle Krefeld; StdA Essen; Gedenkbuch des Bundesarchivs; Arolsen Archives

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Meldekarte für Else Goldstein (StdA DT MK)

 

Dokument 2

Evakuierungsbescheid und Transportliste aus dem Gestapobereich Düsseldorf, 23. Oktober 1941 (1.2.1.1-11198735,-36, -39 -ITS Digital Archive, Arolsen Archives)

 

Dokument 3

Transportliste aus dem Gestapobereich Düsselorf zum Ghetto Litzmannstadt, o. D. (1.2.1.1-11198826, -41-ITS Digital Archive, Arolsen Archives)

   

Eine Internetseite der

 

www.GfCJZ-Lippe.de 

 

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e. V.

Haus Münsterberg
Hornsche Str. 38

32756 Detmold

Tel.: +49 5231 29758

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Homepage: www.GfCJZ-Lippe.de

 

 

   
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