Rufname: Theodor

12.09.1863 in Lage/Heiden - 07.09.1942 im Ghetto und Konzentrationslager Theresienstadt

Religionszu­gehörigkeit: jüdisch
Eltern: Hanne Steinheim, geb. Gusdorf und Moses Steinheim (Vieh- und Produktenhändler)
2. Ehefrau von Moses Steinheim: Julie Steinheim, geb. Obermeier (1841-1905)
Geschwister: Abraham, gen. Albert Steinheim (geb. 1861)
Frieda Steinheim (geb. 1872)
Julius Steinheim (geb. 1876)
Louis Steinheim (geb. 1878)
Rosa Steinheim (geb. 1882)
Ehefrau: Therese Steinheim, geb. Moseska
Kinder: Josef Kurt Steinheim ( Schauspieler, 20.12.1889 in Hainichen - 29.01.1918, gefallen)
Hanna Gretchen (später: Grace) Stern, geb. Steinheim, Büroangestellte (12.02.1891 in Freiberg - 05.02.1977 in Long Island, USA)
Erich Albert Steinheim, Kaufmann (geb. 24.04.1892 in Freiberg)
Erna Else Treitel, geb. Steinheim (geb. 23.06.1894 in Lage)
Martin Steinheim Dekorateur (geb. 10.09.1895 in Detmold)
Hans Steinheim (geb. 06.01.1897 in Frankfurt/m.)
Elisabeth Gertrud Alma Morgenstern, geb. Steinheim (geb. 15.09.1898 in Frankfurt/M.)
Walther Maximilian Steinheim (geb. 05.03.1904 in Frankfurt/M.)
Beruf: Versicherungskaufmann, Generalagent

 

Wohnorte: Lage, Heidensche Str. 6
1890 Hainichen, Neumarkt (früher Hainichen Nr. 420)
18.08.1890 Freiberg, Fischerstr. 8
03.08.1892 Stettin
03.10.1894 Detmold, Lagesche Str. 36 bei Baumeister
Frankfurt/Main:
22.09.1896 Frankfurt/Main, Kronprinzenstr. 38 aus Essen
29.08.1897 aus Detmold zurück
01.10.1899 Kronprinzenstr. 28
01.04.1904 Scharnhorststr. 12
23.03.1909 Ruprechtsr. 6
08.04.1932 Hanauer Landstr. 25
[1935] Leerbachstr. 104
04.01.1936 Bornwiesenweg 53
18.02.1939 Unterweg 20
07.11.1939 Wöhlerstr. 13

 


Theodor Steinheim war ein Sohn des Vieh- und Produktenhändler Moses Steinheim und wuchs in Lage/Heiden mit fünf Geschwistern auf. Seine berufliche Tätigkeit als Versicherungskaufmann führte ihn in zahlreiche Städte, u. a. auch für eine Zeit nach Detmold. Am 18. März 1889 heiratete er Therese Moseska aus Küstrin. Mit ihr hatte er eine ebenfalls große Familie mit acht Kindern. Die weitaus längste Zeit ihres Lebens verbrachten sie in Frankfurt am Main.Theodor und Therese Steinheim wurden am 18. August 1942 aus dem Frankfurter jüdischen Altersheim in der Wöhlerstraße 13 mit dem Transport XII/1 nach Theresienstadt deportiert. Dies war die siebte Deportation aus Frankfurt, für die nun ganze Heime aufgelöst und damit große Gebäude frei wurden. Die alten und oftmals gebrechlichen Menschen mussten sich nicht wie zuvor üblich in der Frankfurter Großmarkthalle für den Transport einfinden, sondern wurden zunächst in dem großen Altersheim im Rechneigraben 18-20 gesammelt. Von dort wurden sie mit Lastwagen zum Ostflügel der Großmarkthalle und zu dem dahinter liegenden Gleis 40 gebracht, von dem der Personenzug nach Theresienstadt abfuhr. Insgesamt umfasste dieser Transport 1020 Menschen. Elf von ihnen überlebten den Transport, der in großer Hitze Theresienstadt erreichte, nicht. Nur siebzehn der mehr als eintausend Deportierten erlebten die Befreiung.Theodor Steinheim gehörte nicht dazu. Er starb bereits kurze Zeit nach seiner Ankunft in Theresienstadt am 7. September 1942. Die Todesursache wurde laut Todesfallanzeige des dortigen Ältestenrates mit Altersschwäche angegeben. Er überlebte seine Frau Therese um drei Tage.

Sein Sohn Erich wurde als sog. Aktionsjude am 12. November 1938 in Buchenwald eingeliefert (Häftlingsnummer 26081) und am 20. November 1938 dort entlassen. Am 18. Februar 1945 wurde er mit dem Transport 164-XII/10 nach Theresienstadt deportiert. Er überlebte und kehrte im Juni 1945 zunächst nach Frankfurt/Main zurück. Erich Steinheim emigrierte im Dezember 1946 in die USA.

Martin Steinheim wurde wie sein Bruder Erich - wie es offiziell hieß - bei der "Judenaktion vom 10.11.38" von Frankfurt nach Buchenwald (Häftlings-Nr. 29290) verschleppt, wo er allerdings erst am 6. Januar 1939 entlassen wurde. Er überlebte den Völkermord und bemühte sich nach dem Krieg um Entschädigungsleistungen. Dies tat ebenfalls seine Schwester Gretchen, später Grace (verheiratet mit Jakob Stern, geb. 28.01.1886), die in die USA emigrierte und dort 1977 starb.



QUELLEN: StdA DT MK; Institut für Stadtgeschichte Frankfurt/Main; StdA Hainichen; StdA Freiberg; StdA Essen; www.holocaust.cz; Nationalarchiv Prag; Institut Theresienstädter Initiative; Arolsen Archives; s. auch: Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden HHStAW Bestand 519/3 Nr. 8147, Bestand 518 Nr. 2942

LITERATUR: Hankemeier (2003), Kingreen (1999), Kingreen (2016)
S. auch: https://www.juedischesmuseum.de/besuchen/grossmarkthalle-frankfurt/

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Meldekarte für die Familie Steinheim in Detmold (StdA DT MK)

 

Dokument 2

Meldeeintrag für die Familie Steinheim in Frankfurt am Main (Nullkartei, Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main)

 

Dokument 3

Todesfallanzeige für Theodor Steinheim, Theresienstadt 07.09.1942 (Nationalarchiv Prag HBMa, Inv. Nr. 2596 - digitalisiert von der Theresienstadt Initiative Prag



 
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